Tipps und Tricks


Hier findet Ihr Tipps und Kniffe, die auch in der Zeit nach der Führerscheinausbildung nützlich sein können.



Hilfskräfte
Kreiselkräfte und Co.

Die bei rotierenden Rädern entstehenden Kreiselkräfte helfen das Motorrad zu stabilisieren. Bei ca. 25 km/h endet der instabile Bereich, das einspurige Fahrzeug bleibt allein durch die Kreiselkräfte in der Senkrechten. Dadurch braucht der Fahrer bei der Geradeausfahrt fast keine eigene Kraft. Und je höher die Geschwindigkeit, desto größer die Kreiselkräfte. Das ist positiv für die stabile Fahrt geradeaus, negativ für schnelle Richtungswechsel.

Mit der Geradeauslaufstabilität lässt sich wunderbar spielen. Also beschleunigen und im großen Gang rollen lassen. Jetzt Hände die vom Lenker. Durch leichte Ruckbewegungen das Motorrad ein wenig in Schräglage kippen, sofort entsteht ein Lenkereinschlag auf diese Seite. Aber durch die entstehende Fliehkraft richtet sich das Motorrad wieder auf. Nur nicht zu langsam werden, sonst wird die Fahrt instabil.

Kräfte sparen und einfach mal loslassen!

 


Kurvenstile
Welche Möglichkeiten gibt es?
Welche sind die besten?

Auf der kleinen Kreisbahn können wir nicht nur den Lenkimpuls intensiv üben, sondern auch ein wenig mit der Sitzposition experimentieren.

Grundsätzlich unterscheiden wir drei Kurvenstile: Legen, Drücken und Hanging-off.

Beim Legen haben der Fahrer und das Motorrad die gleiche Schräglage. Das kurveninnere Knie ist leicht vorgeschoben, aber am Tank, die Hände liegen locker auf den Griffen und der Blick geht leicht voraus. Diese klassische Position ist die im Straßenverkehr bevorzugte.

Beim Drücken bleibt der Fahrer in aufrechter Position und das Motorrad in Schräglage. Dieser Stil eignet sich für schnelle Spur- und Schräglagenwechsel, für enge Wendemanöver oder in Kehren.

Beim Hanging-off hängt der Fahrer auf der Kurveninnenseite neben dem Motorrad. Das kurveninnere Knie wird abgespreizt und kann mit der Fahrbahn in Kontakt kommen. Schneller fährt man jedoch dadurch nicht. Auch verschlechtern sich bei diesem Stil der Überblick, die Reaktionsmöglichkeiten und die Bindung zwischen Fahrer und Motorrad. Dem Rennfahrer auf der Rennstrecke, gibt diese Position allerdings mehr Aufschluss über die Schräglage und verringert diese auch gleichzeitig. Somit kann er früher und stärker ans Gas.

Im Straßenverkehr ist das nicht notwendig und deswegen sind wir mit Legen am souveränsten und sichersten unterwegs.

 


Der Lenkimpuls
Am richtigen Drücker!

Mann oder Frau braucht ihn um gut ums Eck' zu kommen -dabei geschieht das ganze meist unbewußt-. Die Rede ist vom
Lenkimpuls

Er ist wichtig für die Einleitung der Kurvenfahrt, für schnelle Richtungswechsel, aber auch für das Maß der Schräglage in den Kurven.

Und so funktioniert's:
Um eine Linkskurve zu fahren, müssen wir zunächst einmal nach rechts lenken. Diesen Lenkeinschlag gegen die geplante Fahrtrichtung bezeichnet man als Lenkimpuls.

Sie glauben es nicht?
Steigen Sie auf ihr Motorrad, fahren konstant 50 km/h, nehmen die Hände ganz locker an die Lenkerenden und drücken dann mit dem linken Handballen leicht gegen den Lenker: Das Motorrad fährt nach links. Wie stark hängt vom Druck, von der Lenkerbreite und von der gefahrenen Geschwindigkeit ab. Drücken Sie bewusst - es hilft!

Rechts drücken - rechts fahren.
Links drücken - links fahren.

 


Die Blickführung
Der Durchblicker!

"Kopf hoch!" das ist ein häufig benutzter Ausdruck von Fahrlehrern und Instruktoren. Selten als Ermunterung, meist als Aufforderung, weit voraus zu schauen. Denn dort liegt bei vielen Fahrerinnen und Fahrern ein enormes Entwicklungspotential. Und zwar eines, bei dem man mit wenig Aufwand das Fahren enorm verbessern kann. Denn der Blick führt das Motorrad.

Weitere Schlagworte bei Trainings sind: Blick- und Fahrtrichtung in Kurven trennen! Kopf drehen! Blick von Hindernissen lösen! Blick pendeln lassen! Und warum schauen wir immer stier vors Vorderrad? Weil wir nichts überfahren wollen?

Hier bietet sich der Bierdeckelversuch von action-team-Instruktor Professor Bernd Spiegel an:
Auf einem leeren Parkplatz einen Bierdeckel auslegen und versuchen, ihn zu überfahren. Mit Blick Richtung Boden, den Deckel fixierend gelingt das nur mit Mühe. Allein mit Weitblick wird man ihn tatsächlich treffen. Deswegen wird man den Kurvenausgang auch nur dann treffen, wenn man schon nach ihm blickt, bevor man ihn real sehen kann.

Also Kopf-hoch! Übung macht den Meister!

 


Die richtigen "Wende"

Wie eng eine Wende gelingen kann richtet sich hauptsächlich nach dem Lenkeinschlag des Motorrads.

Für die ersten Versuche genügend Platz einplanen, etwa acht bis zehn Meter. Eine Markierung des Wendepunktes, zum Beispiel mit Kreide, ist hilfreich bei der Orientierung. Dann langsam anfahren, die Hinterradbremse bestimmt das Tempo. Nicht die Vorderradbremse benutzen, das Motorrad kippt sonst leicht zur Innenseite.

Ganz entscheidend ist die richtige Blickführung. Also ganz bewusst Blick- und Fahrtrichtung trennen und den Kopf so weit wie möglich drehen. Denn eigentlich soll der Blick das Motorrad wenden. Der Radius lässt sich durch Drücken der Maschine und die Gewichtsverlagerung nach außen verringern. Eine langsam gefahrene Acht ist ideal, um nicht nur die Schokoladenseite zu trainieren. Beherrscht man diese Übung ändert man gern mal seine Fahrtrichtung.